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April 2004

Die Teezeremonie

Sinnbild der inneren Ruhe


Im Jahre 700 wurde aus China kommend, Tee in Japan eingeführt. Der Tee, wie er zur Teezeremonie auf japanisch Chanoyu gebraucht wird, heißt Matcha und ist ein grüner Tee in Pulverform. Diese Art Tee kennt man in Japan seit dem 12. Jahrhundert. Allerdings war er zu dieser Zeit kein Getränk für jedermann, sondern eine große Kostbarkeit und Medizin. Die Mönche des ZEN-Buddhismus tranken ihn gegen Müdigkeit bei langen Medidationen. Ab dem 14. Jahrhundert wurde das Tee trinken populär und die Zeremonie als solche zu einem gesellschaftlichen Ereignis. Es bürgerten sich Regeln und Übungen ein, die auch heute noch Grundlage jeder Teezeremonie sind. Auf diese Entwicklungen hatten die Samurai, die damalige Ritterklasse, großen Einfluß.
Im Sinne einer Teezeremonie bedeutet das Tee trinken nicht, seinen Durst zu löschen, sondern ist ein die Seele reinigender Vorgang. Begriffe wie Würde, Ästetik, Ruhe vermitteln vielleicht ein wenig diesen Sinn. Auf Außenstehende vermag die Zeremonie langweilig wirken aber sie ist für den Eingeweihten ein Hochgenuß, wenn sie vollendet und perfekt durchgeführt wird. Kunst und Kultur werden durch die Teezeremonie immer sehr stark beeinflußt, sind doch die Keramik, alle anderen notwendigen Geräte, auch der Teeraum selbst, wichtige Bestandteile der Zeremonie. So konnten sich Architektur, Blumensteckkunst und Gartenbau zusammen mit der Teezeremonie weiterentwickeln. Die großen Meister des BUDO widmeten dem Chanoyu von Alters her schon immer größte Aufmerksamkeit, eignet sich diese Zeremonie doch außergewöhnlich gut, zur inneren Ruhe und somit zur Ausgeglichenheit und zur eigenen Mitte zu finden. Eine Kunst welche vor diesem Hintergrund auch von den SAMURAIS praktiziert wurde. Die Durchführung der Teezeremonie wird an Schulen unterschiedlich gelehrt. Somit ist jede Zeremonie ein wenig anders. Auch der Grund der Einladung und die Jahreszeit spielen eine wichtige Rolle. Von Alters her wird die Teezeremonie in einem eigens für diesen Zweck gebauten kleinen Haus durchgeführt, dem Sukiya. Wichtige ReQuisiten sind die Teeschale (Chawan), die Teedose (Cha-ire), ein kleiner Bambusbesen (Cha-sen), der Bambuslöffel (Cha-shaku).

Die eigentliche Zeremonie besteht aus 4 Abschnitten:

Die Gäste versammeln sich im Wartezimmer des kleinen Teehauses. In einem Steingefäß befindet sich frisches Quellwasser, mit dem die Gäste sich die Hände waschen und den Mund ausspülen. Danach begibt man sich mit dem Gastgeber durch eine sehr niedrige Tür in das eigentliche Teezimmer. Warum die niedrige Tür? Der Gast muß sich bücken und kommt so in innerer Demut. Nachdem alle Gäste den Raum und die Teegeräte ausgiebig bewundert haben, nehmen sie vor dem Gastgeber oder Teemeister Platz, wobei der wichtigste und vornehmste Gast ihm direkt gegenüber sitzt. Es wird ein kleines Essen angeboten. Auf ein Zeichen des Gastgebers hin begeben sich alle Gäste in den Garten. Der Hauptteil der Teezeremonie wird mit einem Gong angekündigt. Aufmerksam lauschen die Gäste, nehmen noch einmal Wasser aus dem Steingefäß und gehen wieder in das Teezimmer. Statt des Rollbildes befinden sich nun Blumen im Raum. Frisches Wasser und die Teedose stehen bereit. Wiederum bewundern alle Gäste den Raum und die Geräte. Der Gastgeber verläßt für kurze Zeit das Zimmer, um mit einem Schöpflöffel, dem dazugehörigen Ständer und dem Deckel des Wasserkessels wiederzukommen. Er bringt außerdem Kuchen mit und stellt ihn vor dem vornehmsten Gast. Mit einem besonderen Tuch säubert der Teemeister die Teedose sowie die Löffel und den Bambusbesen. Nun beginnt die eigentliche Zubereitung des Tees. Pro Gast werden 3 Löffel Matcha in die Teeschale getan und mit heißem Wasser, das mit dem Schöpflöffel aus dem Kessel entnommen wird, aufgefüllt. Dann wird diese Flüssigkeit mit dem Bambusbesen so lange geschlagen, bis ein grüner dickflüssiger Tee entstanden ist. Dieser Tee heißt Koicha. Die Teeschale wird auf einem bestimmten Platz gestellt und der Gast nimmt sie mit einer Verneigung. Er lobt den guten Geschmack des Tees nach einem ersten Schluck und nimmt dann weitere Schlucke, bevor er die Schale an den 2.Gast weiter reicht. Die Stelle an der getrunken wurde, reinigt man mit einem extra dafür bestimmten Papier. Auch der 2. Gast nimmt seine Schlucke, bevor er die Schale an den nächsten Gast reicht. Der letzte Gast gibt die Schale wieder zurück an den ersten und dieser an den Gastgeber. Zum Schluß trägt der Gastgeber alle Geräte aus dem Teezimmer und bedeutet so das Ende der Zeremonie. Mit einer tiefen Verneigung geleitet er seine Gäste in den Garten und verabschiedet sie dort. Wird eine Teezeremonie exakt und perfekt durchgeführt, dauert sie bis zu 4 Stunden. In dieser japanischen Zeremonie ist es wie in den klassischen BUDOKÜNSTEN – die Geduld steht am Anfang der Übung.

 

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