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Okt./Nov. 2005

Europäische Blankwaffen. Womit waren die Ritter des Mittelalters im Nahkampf ausgerüstet?


Seit dem Erscheinen des Menschen gab es schon z. T. sehr ausgeklügelte Waffen. Anfangs gebrauchte man sie zur Jagd oder zum Schutz vor wilden Tieren. Dann kam, wie immer, der Mißbrauch gegen den Menschen selber.
Im Mittelalter waren die Waffen keineswegs primitiv. Sie waren schon sehr durchdacht und heutigen Nahkampfwaffen gegenüber in der Wirkung fast vergleichbar. Man denke da an die Schußleistung einer Armbrust oder der Helebarde, die einen Dorn besaß, mit dem man müheloß selbst einen Ritterhelm durchschlagen konnte (Das Prinzip dabei war fast wie bei einem Dosenöffner). Auch Pfeil und Bogen waren fürchterliche Waffen (ein Pfeil flog leicht bis zu180Km/h und durchschlug sogar leichte Panzerungen. Man konnte, durch schießen nach oben im bestimmten Winkel den Feind sogar hinter seiner Deckung treffen( ähnliche Technik wie heutige Mörser ).
Schau`n wir uns mal an, was es im Kampf Mann gegen Mann auf kurzer Distanz so hauptsächlich gab (dabei begeben wir uns einmal in die Zeit vor der Verwendung von Schwarzpulver).
 
Wie fast überall, gab es Überlegungen zu töten und sich davor zu schützen. So war lange Zeit das Schwert auf allen Kontinenten die Hauptwaffe im Nahkampf. In Form und Größe gab es je nach Einsatz verschiedene Ausführungen. Im wesentlichen gab es aber folgendes:
 
Einhandschwerter, die ein- oder zweischneidig waren und, wie der Name schon sagt, mit einer Hand geführt wurden.
Eineinhalbhänder, die gefürchtetsten Schwerter des Mittelalters. Man konnte sie mit einer oder auch zwei Händen führen. Sie waren stabiler und größer als normale Einhänder, jedoch nicht so schwer und unhandlich wie die Zweihänder.
Zweihänder (Bidenhänder), die man mit zwei Händen führte und sehr groß und schwer waren. Man benutze sie hauptsächlich um beim Feind eine "Schneise" zu schlagen.
Fecht-Schwerter sind, bis auf wenige Ausnahmen, nicht wirklich scharf geschliffen. Wäre das der Fall, wären die Klingen zu empfindlich und schnell ruiniert. Dennoch verursachten sie fürchterliche Wunden und nicht selten schlug man damit ganze Gliedmaßen ab. Bei der Herstellung kochte jeder Schmied (ähnlich wie bei den Asiaten) bei der Stahlverarbeitung sein eigenes "Süppchen". Sehr gute Blankwaffen bestanden oftmals aus viellagigem "Damaszerstahl".
Zu den Schwertern trug man in der Regel, als Zweitwaffe, noch Dolche und Messer in verschiedenster Ausführung. Mit dem Aufkommen des Kettenhemdes zum Schutz gegen solche Schlag und Schneidewaffen entwickelte man Spieße und andere reine Stichwaffen, die ähnlich eines Dreikantes in der Lage waren, einzelne Glieder einen Kettenhemdes zu sprengen und dann tief in den Gegner eindrangen (dieses Prinzip wurde auch bei Bogen und Armbrustpfeilen eingesetzt).
Als die Ritterrüstung aufkam, entwickelte man auch dagegen wieder Waffen, die es ermöglichten selbst so eine starke Panzerung zu durchschlagen (wie z.B. Dorne auf langen Stielen, Morgensterne, Lanzen mit speziellen Spitzen, etc.).
Als leichtere Nahkampfwaffen gab es dann unzählige Arten von Säbel, Degen, Rappieren, Floretts und mehr, die z.T. auch bei Duellen eingesetzt wurden. Gern wurden manche Leichtwaffen auch mit dem Einsetzten eines so genannten " linke Hand Dolches" begleitet, den man nicht nur zum stechen, sondern auch zum parieren feindlicher Stiche benutzte.
Auch in der Waffenführung gab es ausgefeilte Techniken. Die Ausbildung an Waffen war je nach Waffentyp sehr individuell. Auch als europäischer Krieger, war man mit und ohne Waffen im Nahkampf sehr gut ausgebildet. Die Art war zwar anders als wir es vom BUDO her kennen, aber dennoch sehr effektiv. Manche Völker waren da sehr gefürchtet.
Wie man sieht, haben auch wir Europäer ein ganzes Stück Kampfkunstgeschichte vorzuweisen. Auch in Europa gab es namhafte, berühmte Kämpfer und auch Waffenschmiede ( man denke nur an Solingen, Toledo etc.). Dennoch übt die asiatische Kampfkunst für die meisten Kampfkunstausübenden einen besonderen Reiz aus.
Auch bei den Kennern gilt unter den Schwertern das Samuraischwert als unübertroffen. Wer jedoch richtig kämpfen lernen will sollte sich möglichst viel Wissen aneignen, egal woher es stammt und dann ein Leben lang üben, üben, üben!

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